Organisation des Sports in Deutschland

Der Freitagabend bringt uns theoretisches Wissen um die Organisation des Sports, Aufsichts- und Haftpflichtfragen sowie um die Rolle des Übungsleiters nahe. Wir lernen zunächst: Die Organisation des Sports in Deutschland funktioniert basisdemokratisch. Deswegen sind Mitgliederversammlungen auch eine gute Möglichkeit, um Veränderungen im Verein herbeizuführen – leider wird davon von viel zuwenig Menschen Gebrauch gemacht. Der Verein fasst Menschen mit ähnlichen Interessen zusammen – und gibt ihren Interessen eine Struktur. Der Vorstand arbeitet in der Regel ehrenamtlich. Ein Geschäftsführer kann ein weisungsbefugter Angestellter sein – er ist aber dem Vorstand untergeordnet. Der Jugendwart ist ein Teil des Vorstands.

Die unterschiedlichen Vereine bündeln sich in Bezirks-, Kreis- und Stadtsportbünde, sowie in Bezirks- und Vereinsfachverbände. In Hamburg sind Vereine wie Sportspass, der ATM oder der HSV direkt den Landessportbünden bzw. Landesfachverbänden angeschlossen (dort, wenn der Sportverein mehrere Sparten aufweist). Sportspass untersteht hier dem VTF, dem Verband für Turnen und Freizeit. Wir als Mitglieder von Sportspass profitieren also über unseren Verein von Leistungen des VTF, aber auch vom Hamburger Sportbund. Die Verbände unterstehen Spitzenverbänden (DTB, DFB, DLV), diese sind dann – zusammen mit den Landessportbünden sowie weiteren Verbänden (Verbände für Wissenschaft und Bildung, Förderverbände wie die Stiftung dt. Sporthilfe, Sportbünde und -verbände mit besonderer Aufgabenstellung) dem DOSB unterstellt, dem Deutschen Olympischen Sportbund. Tja. Der hat auch darauf bestanden, dass jeder von uns Kursteilnehmern einen Ehrenkodex unterzeichnet.

Soweit alles klar? Der DOSB ist ein Zusammenschluss aus dem DSB und dem NOK, dem Nationalen Olympischen Komittee. Und damit weiter zur Aufsichts- und Haftpflicht.

Aufsichts- und Haftpflicht

Zunächst gilt es, seine Stunden verantwortungsvoll zu planen, ggf. für Vertretung zu sorgen und sich immer mit dem Verein abzustimmen – dann kann schon mal so gut wie nichts mehr schiefgehen. Wir lernen: Der Weg zur Sportstätte ist mitversichert. Wir füllen bei Verletzungen immer einen Unfallbericht aus (gibts beim Verein in der Geschäftsstelle), damit auch etwaige Folgeschäden über den Sportversicherungsvertrag abgewickelt werden können.

Ansonsten wird von uns erwartet, eine Situation eigenverantwortlich sinnvoll einschätzen und beurteilen zu können – die Einzelfallentscheidung muss nachvollziehbar sein. Weitere Einzelheiten entnehme man dem Skript und unseren Fallbeispielen (Handout).

Die Rolle des Übungsleiters

“Ein bißchen hat man es von Natur aus – ein bißchen kann man es üben”

Der Übungsleiter macht sich zum Ziel, möglichst viele seiner Teilnehmer durch verschiedene Methoden zu erreichen. Über Methoden hatten wir uns am 10. August bereits unterhalten:

Wiederholung: Methoden im Sportunterricht

Wer mag, kann sich hier noch einmal die Auflistung der Methoden herunterladen: Methoden_100813

Menschen lernen auf unterschiedliche Art und Weise. Der visuelle Typ kann sich durch alleiniges Anschauen einer Übung diese aneignen. Der audio-Typ benötigt mündliche Anweisungen. Weitere Typen lernen durch permanente Wiederholung. Um soviele Typen wie möglich in einer Unterrichtsstunde zu erreichen, empfiehlt sich ein Mix aus möglichst vielen, unterschiedlichen Methoden während der Unterrichtsstunde.

Nachlesen: Grundlagenbuch Ausbildung, Seiten 12 ff.

Unsere Parkour-Stunde enthielt die drei Hauptbestandteile einer Sportstunde:

1) einleitender Teil: Einstimmung, Motivation, Aufwärmen, Einführen in das Thema

2) Hauptteil: Einarbeitung I – Schwerpunkt der Stunde, Lernen, erfahren, üben, trainieren sowie Einarbeitung II – Anwendung, Highlights, Abschluss des Schwerpunkts

3) Ausklang: Entspannung, Klärung von offenen Fragen

Insbesondere kamen heute zur Anwendung:

- ausführliche Erklärungen
- vormachen
- Probleme erfragen
- Zeit lassen
- Änderungen vornehmen
- ermutigen
- wiederholen
- Anweisungen geben
- Geräteumdeutung
- Raumorientierungspunkte geben
- Fragen zulassen

Die Methoden waren damit den vorher festgelegten Lernzielen angepasst.

Abschließend notierten wir zum Explorativen Lernen: wichtig, nicht vorzumachen.

Quelle: Outdoor-Fitness, Lehrgangstag 4

Über 90 Prozent unserer Kommunikation ist nonverbal, d.h. sie besteht aus den Signalen, die unsere Stimme mit den Worten hervorbring sowie aus Körpersprache, Mimik, Gestik, Kleidung, Abstand und/oder Berührungen. Wir können mit diesen Mitteln der Kommunikation unseren Teilnehmern Empathie und eine positive Wertschätzung übermitteln. Dabei sind wir den Teilnehmern gegenüber ehrlich und authentisch und begegnen ihnen auf einer Ebene (also niemals “von oben herab”, durchaus im wörtlichen Sinne zu verstehen.

Im Gesundheitssport holen wir jeden Einzelnen dort ab, wo er/sie sich gerade befindet.