Wir sind wieder auf dem Campus der HAW in unmittelbarer Nähe zum Sportspass-Center Berliner Tor

LE PARKOUR!

Kurz vorab: Den Muskelkater in den Oberschenkeln vom vielen Springen meine ich, heute noch zu spüren. Ich habe nämlich eine Wand angesprungen! Okay, beim anschließenden Hochziehen und drüber Klettern brauchte ich Hilfe. Aber ich bin gesprungen!

Unsere Dozentin für diesen Tag, den 10. August 20ß13, zeigte uns zur Einführung dieses faszinierende Video und erklärte uns, dass Parkour häufig mit “free run” verwechselt wird, wo Salti und Flic Flacs, also der artistische Part, eine große Rolle spielen.

 

 

PARKOUR wird so definiert: Ein urbanes Gebiet wird überwunden. Es geht darum, effektiv und sicher ein oder mehrere Hindernisse zu überwinden. Dies sind Mauern, Bänke, Tische, Geländer, Absperrungen, Auf- und Abgänge, Zugänge, Unter-, bzw. Überführungen usw. Diese natürlichen Hindernisse dürfen NICHT verändert werden (nicht mal einen Mülleinmer sollte man zur Seite stellen), sondern werden genau so, wie sie sind, in die Übungen integriert. Ganz besonders wichtig beim Parkour ist es, sich selbst und die eigenen Fähigkeiten vor jeder Übung zu prüfen und das Selbstvertrauen den Fähigkeiten anzupassen. Gar nicht so einfach!

Parkour stammt ursprünglich aus Frankreich. Es wurde entwickelt von David Belle. Dessen Vater Raymond Belle war ein Vietnam-Veteran und zeigte seinem Sohn die “Méthode Naturelle” zur Überwindung von natürlichen Hindernissen in der Landschaft. David entwickelte diese weiter und übertrug sie auf das urbane Umfeld eines Pariser Vororts.

“Belle selbst sieht Parkour nicht nur als Sportart, sondern vielmehr als kreative Kunst, die dabei helfe, die eigenen, durch Körper und Umwelt gesetzten Grenzen zu erkennen und zu überwinden, ohne dabei andere mit seinem Können beeindrucken zu wollen. Hierbei ist es jedoch nicht erforderlich, sich gefährlichen oder waghalsigen Situationen auszusetzen. Die Philosophie von Parkour beinhaltet es, die Voraussetzungen für den Einsatz einer bestimmten Technik abzuschätzen und dabei immer im Auge zu behalten, ob man diese Voraussetzungen erfüllt und die Situation gefahrlos meistern kann.”

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Parkour

 

 

 

Zu den allgemeinen Verhaltensweisen im Parkour gehören ein hohes Maß an Sicherheitsvorkehrungen. Es ist wichtig, bei der Auswahl eines neuen Trainingsgebietes dieses genau zu erkunden und zu prüfen. Genauso ist es wichtig, beim Training die Wettereinflüsse zu berücksichtigen: Regen oder Schnee etwa verändern die Oberflächen von Metall und auch Holz, die somit zu unkalkulierbaren Risikofaktoren werden.

Beim Parkourtraining wird der ganze Körper gefordert. Sämtliche Muskelgruppen kommen zum Einsatz, wobei insbesondere das Springen einen großen Raum einnimmt. Es ist von Vorteil, dem Erlernen von Parkourtechniken ein Indoortraining voranzustellen, in dem zum Beispiel die Sprünge vorab erlernt und vertieft werden.

Ein Vorteil von Parkour liegt darin, dass man nicht viel dazu benötigt: Sein Umfeld, der Witterung angepasste Sportkleidung, gute Schuhe und vielleicht ein paar Fahrradhandschuhe, da die Handinnenseiten durch wiederholte Griffe an kantiges Geländer leicht schmerzen können.

Trainingsziele im Parkour können außer Spass an der Bewegung die Verbesserung von koordinativen und konditionellen Fähigkeiten sein, und natürlich das Erlernen der Techniken. An konditionellen Fähgkeiten kann man Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Beweglichkeit trainieren. Folgende koordinative Fähigkeiten können trainiert werden: Gleichgewichtsfähigkeit, Orientierungsfähigkeit, Differenzierungsfähigkeit, Rhythmisierungsfähigkeit, Reaktionsfähigkeit, Umstellungsfähigkeit und Kopplungsfähigkeit.

 

Schon wieder Liegestütze!

 

Wir begannen unsere Trainingseinheit mit einem ausführlichen Aufwärmprogramm, welches aus Walking und Jogging auf dem Gelände der HAW bestand. Auf das allgemeine Warm-up folgte ein spezielles Aufwärmen, in dessen Übungen Kraft, Beweglichkeit, Geschick und Schnelligkeit trainieret wurden. Wir übten Liegestütze an diversen Geländern, rückseitige Liegestütze und Ausfallschritte.

Danach begaben wir uns an die breiten Treppenaufgänge und übten dort erste, leichte Sprünge. Mit Anlauf und ohne, das Landen auf einem oder beiden Füßen. Geht doch! Im Anschluss daran begaben wir uns an eine knapp hüfthohe Mauer und sprangen darauf. Jetzt gleich weiterlaufen zum Treppenbereich und dort noch einmal gesprungen – fertig ist der erste, kleine Parkour!

Dann kam die Wand. Von einem Poller aus wurde an die Wand gesprungen, sich am Geländer darüber festgehalten und daran hochgezogen. Das Geländer wurde überstiegen – und auch dieses Element unserem eigenen Parkour hinzugefügt. Später schafften es viele, dieses Element mit Anlauf über mehrere Poller hinweg zu bewältigen – mein tiefster Respekt ist ihnen gewiss.

Danach eroberten wir einige nahe gelegene Holzbänke und probierten ganz im Sinne der Verhaltensweisen des Parkour verschiedenste Möglichkeiten aus, diese zu überspringen. Jeder konnte die Art und Weise wählen, die für ihn/sie machbar und trainierbar war. Jeder trainierte nach seinen Möglichkeiten.

 

Gehüppt wie gesprungen!

 

Für den nächsten Teil begaben wir uns an einen Gebäudeeingang mit einem schönen Geländer und daran anschließenden Mauern, die uns weiteres Springen, Klettern und Balancieren ermöglichten und übten dort weiter.

Die Stunde wurde beschlossen mit einem ausführlichen Dehnen und einer Fragerunde. Die Inhalte unserer Übungsstunde waren dann das Thema im zweiten Teil des Lehrgangstages, als wir uns den Methoden im Sportunterricht widmeten.

 

Methoden im Sportunterricht

Wer mag, kann sich hier noch einmal die Auflistung der Methoden herunterladen: Methoden_100813

Menschen lernen auf unterschiedliche Art und Weise. Der visuelle Typ kann sich durch alleiniges Anschauen einer Übung diese aneignen. Der audio-Typ benötigt mündliche Anweisungen. Weitere Typen lernen durch permanente Wiederholung. Um soviele Typen wie möglich in einer Unterrichtsstunde zu erreichen, empfiehlt sich ein Mix aus möglichst vielen, unterschiedlichen Methoden während der Unterrichtsstunde.

Nachlesen: Grundlagenbuch Ausbildung, Seiten 12 ff.

Unsere Parkour-Stunde enthielt die drei Hauptbestandteile einer Sportstunde:

1) einleitender Teil: Einstimmung, Motivation, Aufwärmen, Einführen in das Thema

2) Hauptteil: Einarbeitung I – Schwerpunkt der Stunde, Lernen, erfahren, üben, trainieren sowie Einarbeitung II – Anwendung, Highlights, Abschluss des Schwerpunkts

3) Ausklang: Entspannung, Klärung von offenen Fragen

 

Insbesondere kamen heute zur Anwendung:

- ausführliche Erklärungen
- vormachen
- Probleme erfragen
- Zeit lassen
- Änderungen vornehmen
- ermutigen
- wiederholen
- Anweisungen geben
- Geräteumdeutung
- Raumorientierungspunkte geben
- Fragen zulassen

Die Methoden waren damit den vorher festgelegten Lernzielen angepasst.

Abschließend notierten wir zum Explorativen Lernen: wichtig, nicht vorzumachen.

 

Herz-Kreislauf-Training: Pulsmessung

Eine kurze Einführung in das Thema Puls und Herzfrequenz (bezeichnen in etwa das Gleiche, sind aber nicht identisch). Den Puls misst man am Handgelenk oder am Hals, es bietet sich an, entweder 15 Sekunden zu messen und den Wert mal vier zu nehmen, oder auch nur 10 Sekunden zu messen und den Wert dann mit sechs zu multiplizieren.

Maximalpuls: das, was maximal erreichbar ist (individuell verschieden, abhängig auch von Lebensführung und Fitnessgrad

Maximalpuls bei Männern: 220 minus Lebensalter
Maximalpuls bei Frauen: 226 minus Lebensalter

Mehr zum Thema Puls und Herzfrequenz im Teil (5).

 

Stundenraster (Lehrprobe)

Für die Prüfung wird eine komplette Unterrichtsstunde von 60 Minuten vorbereitet

-> Planung einer gesamten Einheit
-> Zielgruppe/Titel
-> zwanzig Minuten davon markieren (aus dem Hauptteil)
-> Thema frei wählbar

Carsten benötigt die ausgefüllten Stundenraster bis spätestens zum 5. September!

 

Die Vorlage des Stundenrasters kann man hier als PDF herunterladen: Stundenraster

Die Modellstunde von Wolfgang Klingebiel “Lass mein Knie, Joe” kann man hier als PDF herunterladen: Modellstunde_Klingebiel