Die Gärtnerei Sannmann in Ochsenwerder

Bei Sannmanns in den Vierlanden durfte wieder selbst ins Beet gegriffen werden – beim diesjährigen Tomatenfest

 

Bei Sannmanns kaufe ich immer mein Gemüse. Also, genauer: ich lasse liefern. Immer dienstags, immer eine Kiste voll mit Gemüsen frisch aus der Region. Was drin ist weiß ich nie genau, das macht für mich den Reiz aus von so einem Gemüse-Abo. Durch meine Biokiste habe ich in den letzten Jahren Postelein kennen gelernt, diverse Wildsalate wie die wilde Rauke, aber auch Topinambur und Pastinaken, auf die ich von alleine niemals gekommen wäre. Immer sind frische Salate dabei. Und – zusätzlich bestellt – zweieinhalb Kilo Kartoffeln (Lindas in der Regel, vom Hof Dannwisch bei Elmshorn) und ein Sixpack Eier vom Hof Andresen (Bioland). Von diesem Hof weiß ich, dass sie ihre Tiere gut behandeln. Die Hühner laufen draußen herum, können picken und scharren. Sie haben viel Platz zur Verfügung und erhalten gesundes Futter. Das mindert mein schlechtes Gewissen, weil ich mit dem Sprung zum Vollzeit-Veganer derzeit noch zögere.

 

 

Einige Abo-Kisten, von links nach rechts: Regionalkiste Mittel, Mixkiste Mittel, Rohkostkiste Mittel

Sannmanns Salate und Gemüse habe ich auch schon an einigen Plätzen in Hamburg entdeckt, auf Bio-Wochenmarktständen zum Beispiel.Der Tjadens Biomarkt kriegt Lieferungen davon, und Alnatura am Altonaer Bahnhof führt sie ebenfalls. Mein Vorteil, so komme ich mehrmals in der Woche an meinen Salat. Seitdem ich letztes Jahr den Sannmannschen Hof besucht und die Mitarbeiter dort persönlich in Augenschein genommen habe, fühle ich mich doppelt wohl mit meiner Entscheidung für das Gemüse-Abo. Es macht für mich einen deutlichen Unterschied, wenn ich weiß, woher mein Gemüse kommt. Ich weiß, wo es wächst, und wer es bewässert. Ich vertraue den Menschen, die es anbauen. Ich hätte vorher nie gedacht, dass das einen so großen Unterschied für mich macht.

 

 

 

 

 

Sonnenblumen vor dem Kräutergewächshaus

Der Hof Sannmann liegt am Ochsenwerder Norderdeich mitten in den Vierlanden und befindet sich seit 1780 im Familienbesitz. 1986 übernahm Gärtnermeister Thomas Sannmann (54) den Betrieb seines Vaters in neunter Generation und stellte konsequent auf Demeter-Landwirtschaft um. Demeter, der älteste Bio-Anbauverband, vertritt den höchsten Biostandard, chemische Pflanzenschutzmittel und synthetische Dünger gibt es nicht! Stattdessen arbeitet der Familienbetrieb mit verschiedenen Fruchtfolgen, verwendet Kräuterextrakte und Kompost-Tees zur Stärkung des Bodens und der Pflanzen und hält eine Mutterkuhherde einzig zur Erzeugung von Qualitätskompost, der vor seiner Verwendung noch mit biologisch-dynamischen Präparaten aus Heilpflanzen angereichert wird.

 

 

 

 

 

Die Düngerproduzenten blieben letztes Jahr lieber unter sich (Bild von 2012)

Diese Kühe, es handelt sich um horntragende Hereford-Rinder, habe ich bereits im letzten Jahr kennen gelernt, allerdings erwiesen sie sich als wenig an neuen sozialen Kontakten interessiert und hielten sich dezent im Hintergrund.

Ja, einmal im Jahr kann man bei Sannmann auch Fleisch bestellen. Und ja, das ist ein Punkt, der mir nicht so gefällt. Aber geschenkt, das Leben der Rindviecher bis dahin ist lila Kuhhimmel. Und mit Jauche oder Gülle wird natürlich auch nicht gedüngt!

 

 

 

 

 

 

 

Die "Vierländer Platte"

Tomaten sind sozusagen eine Kernkompetenz der Sannmanns. Sie kultivieren nicht nur neue, sondern bewahren auch alte regionale Tomatensorten wie die “Vierländer Platte”, eine füllige Fleischtomate, die zum Tomatenfest wieder reißenden Absatz fand. Außer den Tomaten hat der Hof noch über vierzig verschiedene Gemüse im Programm, die zu 80 Prozent in den Großhandel und zu 20 Prozent in die Abokisten fließen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Den "Tomatentraum" gibt es noch den ganzen Sommer lang im Hofladen (immer samstags von 10 -15 Uhr)

Neu in diesem Sommer: Der “Tomatentraum”, eine schmackhafte Tomatensuppe aus eigenem Anbau. Die Idee der Weiterverarbeitung der eigenen Erzeugnisse wird laut Monika Sannmann weitere Blüten treiben – so testet man derzeit die Zusammensetzung für eine kalte Kohlrabisuppe. Im Herbst soll sie auf den Markt kommen.

 

 

 

 

 

 

 

Salatdressings aus kontrolliert biologischem Anbau.

Zum Testen gab es dieses Jahr auch Overmeyers neue Salatdressings in verschiedenen Sorten. Alle Zutaten sind aus kontrolliert biologischem Anbau und wurden von Koch André Van Ravenzwaay in liebevoller Kleinarbeit ausgewählt. “Für Nußsalat” machte sich übrigens auch ganz hervorragend auf meinen Tomaten.

 

Landwirt Uli Overmeyer, Monika Sannmann vom Gemüse-Abo und Koch André Van Ravenzwaay präsentieren die neuen Dressings

 

 

 

 

 

 

 

Testschälchen. - Sie schmeckten alle!

 

 

 

 

 

 

 

 

Thomas Sannmann engagiert sich seit vielen Jahren für die Initiative gentechnikfreie Metropolregion Hamburg. Sein Motto: “Saatgut ist Kulturgut und muss für alle Generationen erhalten werden und frei verfügbar sein”. Mit dem Erhalt des alten Saatguts und mit der Züchtung neuer Demeter-Sorten sollen Alternativen zu den genmanipulierten Saaten der Großkonzerne angeboten werden, die durch ihr gentechnisch verändertes Saatgut die weltweite Kontrolle über den Saatgutmarkt und die Lebensmittelproduktion bekommen – und mit ihren Monopolen die Bauern in die Abhängigkeit treiben.

Weitere Informationen zur Initiative gibt es unter www.hh-genfrei.de

 

 

Basilikum, noch klein....

... schade, dass es noch keine Geruchsfotografie gibt!

 

Olivia Romano - zusammen mit Biomozzarella ein herrliches Mittagessen heute!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Last not least: Auch die Nachbarn des Sannmann-Betriebs wurden “bekehrt”. So ist so gut wie ausgeschlossen, dass Schadstoffe von außerhalb auf das Gelände kommen und die Pflanzen verunreinigen.

 

Weiterführende Links:

Gärtnerei Sannmann: http://www.sannmann.com/

Sannmanns Gemüse-Abo: http://www.abo.sannmann.com/

Overmeyer LandbauKultur: tba

Hof Dannwisch: http://www.dannwisch.de/

Hof Andresen: http://www.biolandeier.de/